Verbraucherzentrale kritisiert Datensammelwut von Windows 10

Verbraucherschützer kritisieren zunehmend die Datensammelwut von Windows 10 und stellen erneut fest, dass Microsoft seine Nutzer nicht hinreichend informiere, wie deren Daten verwendet werden. Aus diesem Grund überprüft derzeit die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen die Datenschutzbestimmungen und stellt fest, mit Windows 10 installieren sich Nutzer eine Datensammelanlage mit Abhörfaktor.

Vorwurf Geschäftsmodell von Microsoft ähnelt Google und Facebook

Bereits 10 Prozent der deutschen Rechner sind mit dem neuem Betriebssystem Windows 10 ausgestattet, genauso viel wie bereits mit dem alten Vorgänger Windows 8, meldet das Branchenblatt Computerwoche. Dabei ist das Update auf Windows 10 kostenlos und das ähnelt doch sehr dem Geschäftsmodell, für das auch Google und Facebook bekannt sind. Hajo Schulz vom Magazin CT meint hierzu, dass Kunden beim kostenlosen Erwerb dann damit leben müssten, dass ihre Daten gesammelt werden und an Dritte weiterverkauft werden. Microsoft bestreitet allerdings diesen Vergleich und erklärte auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung: „Hinter dem kostenlosen Angebot steht vielmehr das Ziel, die einheitliche Windows Plattform möglichst effektiv zu etablieren“. Es soll immerhin weiter mit Software-Lizenzen Geld verdient werden.

Seltsam, wo sich doch Microsoft in seinen Nutzungsbedingungen vorbehält, dass Nutzerdaten an Dritte weitergegeben werden können. Wer sogar Windows 10 per Expressinstallation einrichtet, wird darauf gar nicht hingewiesen. Dann sind die Einstellungen bereits so ausgelegt, dass Microsoft umgehend über das Nutzungsverhalten der Nutzer informiert wird.

Welche Daten von Microsoft mit Windows 10 gesammelt werden

Denn Windows 10 erhält seine volle Funktion indem es verschiedene Dienste miteinander synchronisiert. Hierzu übermittelt das Betriebssystem Daten über Aussprache und Schreibstil sowie auch Standortdaten und Informationen über die Hardware des Rechners. Und gerade der neue Browser Edge und die digitale Assistentin Cortana sind dabei besonders bekannt für das übermäßige Abgreifen von Nutzerdaten. Cortana sammelt bspw. Informationen aus Kalender, Anwendungen, Anrufen und Kontakten sowie Inhalte von E-Mails und SMS. All das benötigt Microsoft für die Analyse von Kundendaten, um beispielsweise Gewohnheiten, Bedürfnisse und die Kaufkraft ablesen zu können, um später passgenaue Werbung zu ermöglichen. Die Daten fließen hierzu alle in eine Werbe-ID ein, die jeder Nutzer von Windows 10 erhält.

Was die Verbraucherzentrale Nutzern empfiehlt

Um nachträglich die Datenschutzeinstellungen aufzurufen, empfiehlt die Verbraucherzentrale Nutzern, das Betriebssystem benutzerdefiniert auf seinem Rechner zu installieren. Dann ist es später möglich, sich ruhig durch alle Privatsphäreeinstellungen zu klicken und diese für einzelne Produkte zu ändern. Damit kann dem Browser Edge widerrufen werden, dass dieser keine Daten an Microsoft senden darf.

Das Kernproblem aber bei Microsoft bleibt: : „Die Art und Weise der Unterrichtung des Nutzers durch Microsoft entspricht nicht den geltenden Datenschutzbestimmungen. Anwender können nicht ermessen, was mit ihren Daten geschieht.“, warnt Sabine Petri von der Verbrauchzentrale. Microsoft informiert einfach nicht genau, welche Daten erhoben werden.

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