Windows 8 dürfte ein radikaler Einschnitt im Microsoft-Konzept werden. Althergebrachtes soll über den Haufen geworfen und vielerorts Neuland betreten werden. Aus Gerüchten, Microsoft-Lecks und Stellungnahmen der Entwickler lässt sich schon jetzt ein recht detailliertes Bild des neuen Betriebssystems zeichnen. Dabei ist eines klar: Der Software-Gigant lehnt sich teilweise ganzschön weit aus dem Fenster – zeigt aber auch ungewohnte Innovationsfreude und großes Potential.
Wachstumsmarkt Tablet-PC
Es ist noch garnicht lange her, da gab es ihn noch nicht, den Tablet-PC. Verblüfft beobachteten Computerhersteller wie Sotwareentwickler den Aufstieg des iPads vom Nischenproukt zum Must-Have-Gadget.
Diesen Trend will man nun auf keinen Fall verpassen. Ob das speziell für Tablets entewickelte Andriod Honeycomb oder die Vorstellung zahlreicher neuer Geräte – Tablets gelten momentan viel in der Branche. Auf der Comsumer Electronics Show (CES) in Las Vegas drehte sich Anfang Januar alles um die handlichen Pads – auch bei Microsoft.
Wichtigster Schritt ist dabei die Unterstützung von ARM-Systemen, die Windows auf Tablets überhaupt lauffähig macht.
Zwei verschiedene Oberflächen geplant
Zwischen Tablet und High-End-Gaming-PC klafft eine gewaltige Ressourcen-Lücke. Das stellt die Entwickler vor eine neue Herausforderung. Microsoft wird, um dieses Problem zu lösen, wohl auf zwei verschiedene Oberflächen setzen: Eine für gutausgestattete Desktop-PCs und Notebooks und eine für schwächere Kleingeräte.
Wer über eine eigenständige Grafikkarte mit reichlich Speicher verfügt, wird sich an der “Wind” genannten komplett 3D-Fähigen Variante erfreuen können. Die soll allerdings nur in der 64-Bit-Version laufen – eine weitere Bestätigung für Microsofts Fokussierung auf 64 Bit.
Reduzierte “Mosh”-Oberfläche für Tablets
Der kostengünstige Laptop aus dem Discounter mit Onboard-Grafik wäre demnach kein Kandidat für “Wind”. Ebensowenig Netbooks oder Tablets. Für diese Geräte arbeiten die Entwickler in Redmond unter dem Codenamen “Mosh” (Modern Shell) an einer eigenständigen Oberfläche.
Diese Vorgehensweise ermöglicht nicht nur ein optimiertes Design, sondern auch eine Ressourcensparsamkeit, die den Hardwaretechnischen Gegebenheiten derartiger Geräte entgegenkommt.
Intelligenter Desktop
Auch der Desktop soll sich weiterentwickeln: Das Verhalten des Benutzers wird analysiert und der Desktop entsrechend angepasst. So könnten sich die Icons häufig benutzter Anwendungen selbstständig vergrößern oder positionieren. Das soll für mehr Übersichtlichkeit sorgen und den alltäglichen Umgang mit dem PC erleichtern.
App-Store und Cloud-Computing
Interne Präsentationsfolien, die an die Öffentlichkeit gelangt waren, sprechen von einem Schwerpunkt auf Cloud-Computing. Demnach soll es dem Nutzer möglich sein, von jedem beliebigen Gerät aus auf seine Einstellungen zuzugreifen.
Außerdem schneidet sich Microsoft eine Scheibe von seinen Konkurrenten ab – und will für Windows 8 ebenfalls mit einem App-Store an den Start gehen.
Casual und Hardcore-Gaming
Microsoft möchte mit seinem neuen Betriebssystem einen möglichst breiten Kundenkreis erreichen. Anders als Apple, dessen Software meist auf bestimmte Hardwarekonfigurationen und Anwendungsgebiete zugeschnitten ist, soll Windows am besten alles können. Was Hardwareseitig von Tablet bis High-End reicht, spiegelt sich auch im Anwender wieder. Ein Schwerpunkt soll dabei wohl auf den Spielern liegen – kein Wunder, schließlich sind die Spiele das ein wichtiger Vorteil gegenüber Mac OS oder Linux.
PC-Spiele haben in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung verloren – zu Gunsten der Konsolen. Zwar verdient Microsoft mit seiner XBox entscheidend in diesem Sektor mit, trotzdem soll das Gamen weiterhin eine Kernkompetenz von Windows bleiben – und als solche gestärkt werden.
Dabei wird anscheinend nicht alleine auf Grafik-Power für anspruchsvolle Progamer gesetzt, sondern auch auf den wachsenden Markt der Casualgames: Microsoft plant, die XBox-Bewebungssteuerung “Kinect” zukünftig auch für Windows anzubieten.
Direct X 12 als Zugpferd
Brachiale Grafikpower für zukünftige Topspiele wird wohl Direct X 12 liefern. Die Grafikschnittstelle soll aber auch helfen, etwa die 3D-Oberfläche “Wind” auf Touren zu bringen. Dabei könnten klassische Desktopaufgaben erheblich von mehr GPU-Leistung profitieren.
Außerdem soll Windows 8 einen speziellen Spiele-Modus enthalten, der überflüssige Hintergrundanwendungen während des Spielens beendet, um so die Leistung zu bündeln.
Reset-Button ersetzt Neuinstallation
Jeder kennt es: Nach einer Weile wird Windows immer langsamer. Überflüssiger Ballast, Viren oder ähnliches legen das System lahm. Häufig ist der einzige Ausweg eine Neuinstallation.
Um nicht stundenlang nach veralteten Treiber-CDs suchen und in mühevoller Kleinarbeit individuelle Einstellungen anpassen zu müssen, plant das Enwicklungsteam von Microsoft einen Reset-Button der das System einfach und schnell zurücksetzt. Hierbei dürfte auch auf Einstellungen aus der Cloud zurückgegriffen werden.
Stabilität dank Sandbox
Insbesondere bei Windows Vista war es unerträglich: Ständig unterbrach einen eine Update-Meldung beim Arbeiten oder fuhr sogar selbstständig den Cumputer herunter. Dazu kommen noch Antivierenprogramme und andere Störenfriede. Damit soll Windows 8 Schluss machen.
Stärkster Hinweis in dieser Richtung ist ein von Microsoft registriertes Patent. Dabei geht es, noch stärker als beim Game-Modus, um die Konzentration auf eine Anwendung. Schon beim Bootvorgang werden hierbei die nötigen Konfigurationen vorgenommen. So soll man beispielsweise einen Player starten können, ohne dass der Filmgenuss unterbrochen wird – und das ganze Ressourcenschonend und damit Energiesparend.
In welcher Form diese Sandbox zum Einsatz kommt, bleibt jedoch unklar. Sie könnte jedoch helfen, die Laufzeiten von Laptops, Netbooks und Tablets zu erhöhen.
Bessere Performance dank neuer Technik
USB 3.0 und die neuste Generation von Bluetooth werden selbstverständlich von Haus aus unterstützt und sorgen für erhöhte Übertragunsraten. Außerdem wird auf den BIOS-Nachfolger UEFI gesetzt, der auch große Speichermengen problemlos verwalten kann
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