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Windows Defender unter Windows 11 aktivieren, deaktivieren und testen

In Windows 11 ist der Schutz durch den Microsoft Defender tief in das Betriebssystem integriert. Während er früher oft als bloßer „Basisschutz“ belächelt wurde, gehört er heute zu den zuverlässigsten Sicherheitslösungen und reicht in der Regel aus, um Windows 11 gehen fast alle normalen Bedrohungen abzusichern.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie den Defender verwalten, gezielt deaktivieren (etwa für Softwareinstallationen) und vor allem: wie Sie sicherstellen, dass er im Ernstfall wirklich funktioniert.

Den Windows Defender aktivieren und deaktivieren

Der Defender lässt sich über die zentrale Windows-Sicherheit-App steuern. Beachten Sie, dass sich der Defender automatisch deaktiviert, wenn Sie eine Antiviren-Software eines Drittanbieters (wie Norton oder Bitdefender) installieren.

Schritt-für-Schritt:

  1. Windows-Sicherheit öffnen: Klicken Sie auf das Startmenü und geben Sie „Windows-Sicherheit“ ein oder klicken Sie auf das kleine Schild-Symbol in der Taskleiste (unten rechts).
  2. Viren- & Bedrohungsschutz: Wählen Sie im Hauptmenü den Punkt Viren- & Bedrohungsschutz aus.
  3. Einstellungen verwalten: Klicken Sie unter der Überschrift „Einstellungen für Viren- & Bedrohungsschutz“ auf den Link Einstellungen verwalten.
  4. Echtzeitschutz umschalten:
    • Deaktivieren: Stellen Sie den Schalter bei „Echtzeitschutz“ auf Aus. Windows wird Sie warnen, dass Ihr Gerät nun ungeschützt ist.
    • Aktivieren: Stellen Sie den Schalter wieder auf Ein.
    Hinweis: Wenn Sie den Echtzeitschutz manuell deaktivieren, schaltet Windows ihn nach einiger Zeit (oder nach einem Neustart) aus Sicherheitsgründen oft automatisch wieder ein.

Den Schutzstatus prüfen: Ist mein PC sicher?

Es gibt drei Wege, um zu verifizieren, ob der Defender aktiv ist:

Methode A: Das Sicherheits-Dashboard (Visuell)

In der App „Windows-Sicherheit“ sehen Sie auf der Startseite grüne Häkchen. Wenn dort steht „Keine aktuellen Bedrohungen“ und unter Viren- & Bedrohungsschutz ein grüner Haken ist, arbeitet das System korrekt.

Methode B: Der PowerShell-Check (Für Profis)

Wenn Sie sichergehen wollen, dass die Dienste im Hintergrund laufen, nutzen Sie die PowerShell:

  1. Rechtsklick auf Start -> Terminal (Administrator) oder PowerShell (Administrator).
  2. Geben Sie folgenden Befehl ein:Get-MpComputerStatus
  3. Achten Sie auf die Zeile AntivirusEnabled. Steht dort True, ist der Schutz aktiv.

3. Der ultimative Funktionstest: Die EICAR-Testdatei

Ein grüner Haken ist gut, aber reagiert der Defender auch wirklich auf eine Bedrohung? Um das zu testen, ohne den PC echter Gefahr auszusetzen, nutzt man die EICAR-Testdatei. Dies ist ein harmloser Textstring, den jeder seriöse Virenscanner als „Virus“ erkennen muss.

So führen Sie den Test durch:

  1. Öffnen Sie den Windows Editor (Notepad).
  2. Kopieren Sie die folgende Zeichenfolge hinein:X5O!P%@AP[4\PZX54(P^)7CC)7}$EICAR-STANDARD-ANTIVIRUS-TEST-FILE!$H+H*
  3. Speichern Sie die Datei auf Ihrem Desktop unter dem Namen testvirus.com.
  4. Das Ergebnis: Sobald Sie auf „Speichern“ klicken (oder spätestens wenn Sie den Ordner öffnen), sollte der Windows Defender sofort eine Benachrichtigung einblenden: „Bedrohung gefunden“.

Keine Sorge: Diese Datei enthält keinen schädlichen Code. Sie dient weltweit als Standard, um die Reaktionsfähigkeit von Sicherheitssoftware zu prüfen.

4. Problembehebung: Defender lässt sich nicht öffnen

Falls die Windows-Sicherheit-App leer bleibt oder abstürzt, hilft oft ein Reset der App über die PowerShell (mit Administratorrechten):

Get-AppxPackage Microsoft.SecHealthUI -AllUsers | Reset-AppxPackage

Zusammenfassend: Der Windows Defender ist unter Windows 11 ein mächtiges Werkzeug. Er sollte nur in Ausnahmefällen deaktiviert werden. Mit dem EICAR-Test haben Sie zudem jederzeit die Gewissheit, dass Ihr digitaler Türsteher wachsam ist.


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